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Gesundheit ist alles – und du merkst es erst, wenn sie dir genommen wird.

Ich sage dir das nicht aus einer schönen, reflektierten Phase heraus.
Ich sage dir das aus einer Woche, in der ich wirklich nicht mehr konnte.

Und wenn ich sage, ich konnte nicht mehr, meine ich nicht, dass ich einfach nur erschöpft war.
Ich meine: Es war ein Dauerzustand, in dem ich nicht mehr wusste, wie lange ich das noch aushalte.

Und genau da merkst du: Wenn Gesundheit kippt, hilft dir nichts im Außen.

Du legst dich hin, weil du hoffst, dass Schlaf dir endlich Ruhe gibt – und wirst von Träumen geweckt, die dich verfolgen.
Du suchst Ablenkung – und merkst später, dass alles wieder da ist, nur schwerer.
Du gehst unter Menschen und fühlst dich noch verlorener, weil alle anderen glücklich wirken und du dich darin nicht wiederfindest.
Du merkst, dass du dich von dem, was in dir passiert, nicht entfernen kannst.

Und genau in diesem Zustand
bekommt diese Woche auf einmal eine ganz persönliche Bedeutung.

Am Karfreitag wird Jesus verhaftet. Er wird vor Gericht gestellt, ausgepeitscht, verspottet und zum Tode verurteilt. Er trägt das Kreuz, wird gekreuzigt und stirbt. Sein Körper wird abgenommen und in ein Grab gelegt, das anschließend verschlossen wird.
Und genau so hat es sich für mich angefühlt: als würde alles gleichzeitig auf mich einbrechen. Mein Körper, mein Kopf, mein Inneres. Und ich konnte nichts dagegen tun. Ich war einfach ausgeliefert.

Am Karsamstag liegt sein Körper im Grab. Es passiert nichts. Das Grab bleibt verschlossen.
Und das ist der Teil, der mich am meisten trifft: das Danach. Wenn nichts sich bewegt. Wenn nichts besser wird.

Am Ostersonntag gehen am Morgen Frauen zum Grab. Der Stein ist weggerollt, das Grab ist leer. Jesus ist nicht mehr dort. Er erscheint einzelnen Menschen.
Und genau da frage ich mich:
Gibt es diese Menschen überhaupt?

Die kommen.
Die nach dir schauen.
Die bleiben.

Oder muss ich lernen, dieser Mensch für mich selbst zu sein?

Am Ostermontag begegnet er weiteren Menschen. Er spricht mit ihnen, geht ein Stück mit ihnen, und sie erkennen ihn.
Vielleicht ist das mein nächster Schritt. Nicht, dass alles sofort gut ist. Sondern dass ich langsam wieder anfange, mich selbst zu erkennen.

Und vielleicht ist genau das der Punkt.

Es ist dieser eine Gedanke: Ich bin noch hier.

Nicht, dass alles gut ist.
Sondern dass ich trotzdem noch da bin.

Ich habe gemerkt, dass ich nicht alles kontrollieren kann.

Menschen werden dich verletzen.
Situationen werden dich brechen.
Und manchmal bist du es sogar selbst, die sich übergeht.

Das gehört zum Leben, auch wenn wir es nicht wollen.

Und genau deshalb brauche ich etwas, das größer ist als ich.

Für mich ist das Gott.

Nicht als Erklärung für alles.
Sondern als Erinnerung.

Daran, dass selbst im größten Schmerz nicht alles vorbei ist.

Dass man Dinge durchstehen kann, von denen man dachte, man schafft sie nicht.

Und dass man nicht alleine ist, auch wenn es sich genau so anfühlt.

Ich verstehe nicht alles.
Und ich bin noch lange nicht da, wo ich sein will.

Aber ich halte mich an dem fest, was bleibt.

Dass mein Leben, trotz allem, ein Geschenk ist.