Plötzlich wurde aus dem glücklichsten Kind der Welt das traurigste.
Von meiner Familie getrennt zu sein und mich nicht bewegen zu können, war für mich die größte Strafe. Zum Glück durfte mein Vater bis zur Operation und noch kurze Zeit danach bei mir im Zimmer bleiben.
Die Operation verlief gut, doch ich musste fast ein Jahr im Krankenhaus verbringen. Sechs Monate davon war ich vollständig ans Bett gebunden.
Auf der rechten Seite meines Körpers wurden mir zwei Rippen entfernt. Anschließend wurde eine rechteckige Platte zur Stabilisierung an meiner Wirbelsäule angebracht. Das Bett, in dem ich lag, war buchstäblich mit mir verbunden. Ich konnte es nicht verlassen. Stück für Stück wurde es immer weiter aufgerichtet, bis ich irgendwann wieder aufrecht stehen konnte.
Durch die lange Bettlägerigkeit verlor ich viel Muskelmasse und Muskelkraft. Leider kann ich mich nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern und weiß nicht mehr genau, wie die Physiotherapeuten mithilfe des verstellbaren Bettes mit mir daran arbeiteten, wieder aufrecht zu stehen.
Offenbar verliert man bereits nach etwa einer Woche vollständiger Bettlägerigkeit erheblich an Muskelmasse. Der Wiederaufbau benötigt anschließend viel Zeit und regelmäßiges Training.
Für mich bedeutete das ungefähr 25 Wochen Training im Krankenhaus, bis ich wieder selbstständig aufrecht stehen und laufen konnte.