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Mein Herz ist nicht für diese Welt gemacht

Ich habe lange gedacht, dass mit mir etwas nicht stimmt.

Weil ich mehr will als oberflächliche Gespräche.
Mehr als „Wie geht’s?“ ohne echtes Interesse an der Antwort.
Mehr als Menschen, die bleiben, solange alles leicht ist – und gehen, sobald es ehrlich wird.

Ich wollte immer gesehen werden.
Nicht nur angeschaut. Nicht nur bewertet.
Sondern wirklich erkannt – in dem, was ich bin, und auch in dem, was ich versuche zu verbergen.

Aber die Wahrheit ist:
Die meisten Menschen wollen dich gar nicht wirklich kennenlernen.

Nicht, weil du nicht interessant bist.
Sondern weil echte Nähe Mut braucht.

Und Mut ist selten.

Es ist einfacher, an der Oberfläche zu bleiben.
Dort, wo alles kontrollierbar ist.
Wo man lächeln kann, ohne sich zu öffnen.
Wo man Gespräche führt, ohne sich selbst zu zeigen.

Denn jemanden wirklich kennenzulernen bedeutet, auch Verantwortung zu tragen.
Für das, was man sieht.
Für das, was man berührt.
Für das, was man vielleicht sogar verändert.

Und das überfordert viele.

Ich habe oft gemerkt, dass mein Herz zu tief fühlt für diese Welt.
Dass ich Dinge wahrnehme, die andere übersehen.
Dass ich zwischen den Zeilen höre, während andere nur die Worte hören.

Und manchmal fühlt sich das an wie ein Fehler.

Als wäre ich zu viel.
Zu intensiv.
Zu ehrlich.

Aber vielleicht ist genau das kein Fehler.

Vielleicht ist es die Welt, die sich daran gewöhnt hat, weniger zu fühlen.
Weniger zu sehen.
Weniger zu sein.

Vielleicht ist es einfacher geworden, Menschen zu konsumieren,
anstatt sie zu verstehen.

Und vielleicht…
ist ein Herz wie meins nicht falsch –
sondern einfach nur selten.

Ich habe aufgehört, mich kleiner zu machen, damit andere sich nicht unwohl fühlen.
Ich habe aufgehört zu warten, dass jemand kommt, der mich endlich „richtig“ sieht.

Weil ich verstanden habe:
Nicht jeder hat die Tiefe, dich zu tragen.

Und das ist okay.

Mein Herz ist nicht für eine oberflächliche Welt gemacht.
Aber das bedeutet nicht, dass es hier keinen Platz hat.

Es bedeutet nur,
dass ich aufhöre, mich an Orte zu geben,
an denen man mich nicht wirklich sehen will.

Und stattdessen beginne,
die wenigen Menschen zu finden,
die den Mut haben, wirklich hinzusehen.

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